ein und all

billionen und eine
galaxie im endlich-unendlichen raum
strebend ins nirgend

billionen und eine
sonne in unsrer galaxie, nebelnd
kreisend um ein irgend

um die zwanzig planeten
blind irrend um eine sonne
immer dieselben bahnen

ein planet, winziger als
ein staubkorn im all, seltsam
von winzlingen bewohnt

ieben milliarden
häuser und wohnungen
über die erde verteilt

vorübergehend, und die zeit
geht vorüber, kürzer
als ein gähnen im all

ein wunder in billionen
und aberbillionen
und der einen galaxie

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aufbegehren

weltzeiten vor uns

kamen ohne uns aus

weltzeiten nach uns

werden nicht nach uns fragen

sie kamen aus dem nichts

und versanden im nichts

unser kleines leben

ist nichts als ein aufbegehren

im nichts, aufbegehren

ist besser

als schweigen

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reisefertig

ich gehe. ich muss
gehen. ich möchte
wohl sonstwohin
schauen, um nicht zu sehen
dass die reise längst
begonnen hat

ich blicke nach draußen, wo
lauter frühlingsjubel klingt
und mein selbstmitleid
übertönt. gute reise
jubelt es. Wir
kommen bald auch

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sterndeuterInnen-ballade

sie hatten ihre horoskope
und folgten einem stern
durch wüsten und durch biotope
sie suchten einen neuen herrn

und wochen über wochen
von zweifel kaum geplagt
in überzeugung ungebrochen
sich immer durchgefragt

in hütten und palästen
in tempeln, auf dem markt
mit worten oder gesten –
umsonst, doch stets erstarkt

verständnisloses köpfeschütteln
bestärkte sie auf ihrem weg
sie hätten ihn mit allen mitteln
verfolgt, wohin er sie auch zög –

bis sie zuletzt ein obdach fanden
bei flüchtlingen und das geschrei
des babys dort verbanden
mit horoskop und rechnerei

sie suchten jahrelang verkehrtes
und fanden weit entfernt, ganz weit
das flüchtlingskind – ein unerhörtes
symbol der neuen zeit

geleitet von illusionen
verirrt in ein asyl
in abgelegnen zonen
erreichten sie das ziel

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weihnachten, unromantisch

das eine kind, dies eine
interessiert mich nicht so sehr
den heiligenschein
haben ihm spätere angemalt
die ihn auch auf einen sockel
hoben, der nicht seiner war
dessen platz, immer unerkannt
bei den unbekannten war

das eine kind, dieses eine
war kein besonderes
viele wurden unterwegs geboren
wenn er das glück hatte
heil davongekommen zu sein
umso schlimmer
für die anderen, die
die flucht nicht überlebten

das eine kind, dies eine
interessiert mich nicht so sehr
wohl aber die vielen
ganz im sinne jenes einen

unbekannten

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herbsttreiben

treiben im sturm
wirbelnd woher und wohin
wie blätter im sturm
wie zynischer tanz
im lichtspiel der sonne
wie grinsendes irrlicht

zwischen wolken
vom mondschein
im dunkel der nacht
treibend die toten
und landend, was lebt
eher halbtot

wie strandgut
wie strandschlecht
getrieben, verfolgt
von heimlicher hand
unbekannt
aus irgend nach nirgend

und bleiben
im treiben
jetzt
gehetzt
illegal
überall

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herbstgedanken

treiben im wind
wirbelnd woher und wohin
im lichtspiel der sonne
im dunkel der nacht

treibend
getrieben, verfolgt
von unbekannt
aus irgendwo nach nirgendland

und bleiben
trotz treiben
im jetzt
ungehetzt

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